Jährliches bundesweites Monitoring des Waldzustands in Deutschland

Eine ganz neue und in ihrem Ausmaß unerwartete Dimension der Belastung für Ökologie und Bewirtschaftung der Wälder tritt mit dem extremen Hitze- und Dürrejahr 2018 auf. Es kam zu großräumiger Schwächung und zu teilweisem Absterben von Waldbeständen, insbesondere der Baumart Fichte, gefolgt von enormen Insektenmassenvermehrungen. Der Bedarf an großräumigen, aber dennoch detailreichen Informationen über den Waldzustand und die kurzfristige Entwicklung des Waldzustands wuchs zu bisher unbekannter Art und Größe.

Die LUP hat ein Verfahren entwickelt, das es erlaubt, aus den kostenfrei verfügbaren Daten des europäischen Satelliten Sentinel 2 eine schnelle und landesweit verfügbare Übersicht über die Veränderung des Waldzustands einschließlich der Waldschäden zu gewinnen. Durch Auswahl der bestgeeigneten Kanalkombination aus den Satellitendaten und die Berechnung der aussagekräftigsten Vegetationsindizes ist es möglich, nicht nur flächige Veränderungen der Bestandesstruktur (wie bei Sturmschäden), sondern auch Stress-Symptome an Bäumen und Beständen (Chlorosen und Nekrosen an Blattorganen; Blattverluste in Beständen) mit nachgewiesener Zuverlässigkeit mit zu erfassen. Nähere Beschreibung des Projektes im download.

Mittlerweile liegen die Daten mit aktuellem Stand 2019 für viele Bundesländer vor. In den kommenden Wochen wird die vollständige Abdeckung von Deutschland erreicht. Eine jährliche Wiederholung ist geplant.

Die Daten werden bundesweit kostenfrei über das Portal >forestwatch< bereitgestellt.